Fleischmann TV – Sendung 065

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So, 16.11.2003 (Sendung 065):
“Geschwister – Fluch oder Segen”

„Hölfe, Hölfe, Fleischmann, ich hab meine kleine Schwester vor 3 Wochen in den Keller gesperrt und da vergessen. Kannst Du mal nachgucken, wie es ihr geht?“

Die elementare Frage: Geschwister, Fluch oder Segen. Gleichen eure Geschwister grenzdebilen Hobbykannibalen, skrupellosen Pornonazis, in Grund und Boden gezüchteten Kampfhunden ohne Reißleine oder sind sie für euch einfach nur Bruder und Schwester. Der Themenflash:

- Der Halbbruder – Bote des Bösen
- Vierlinge – Saat der Gewalt
- Der Zwilling – Teufel in Menschengestalt
- Cousins und Cousinen – irrlichternde Confronciers oder psychotische Kobolde

„Hölfe, Hölfe, Fleischmann, mein Bruder bringt dauernd geile Weiber mit in unser gemeinsames Kinderzimmer und ich muß dann auf dem Balkon pennen“

Der Grundkonflikt in deutschen Jugendzimmern: erbarmungsloser Stellungskrieg um jeden Millimeter. Denn das typische Jugendzimmer ist ein sog. Raum ohne Raum, die meisten Geschwister tief verfeindete Kindersoldaten, deren von Haß und Akne entstellten kleinen Pickerköpfe sich allabendlich in blutigen Verteilungskämpfen tiefe Biß und Rißwunden zuführen. Oft, und das ist eine besorgniserregende Entwicklung, unter den Augen der Eltern, die ähnlich wie bei kommerziellen Hahnenkämpfen auf ihren Nachwuchs perverse Platz und Sieg Wetten abschließen, und die zerrupften Verlierer zu allem Überfluß auch noch hohnlachend aus dem heimischen Nest beißen.

„Hölfe, Hölfe, Fleischmann, mein kleiner Bruder mischt mit dauernd seine abgeschnittenen Fußnägel in die Zahnpasta“

Über das Repertoire an psychischen Grausamkeiten, punktgenauer Zermörserung, blitzartigen Schlagattacken und subtiler Hightechfolter heutiger Geschwisterpaare hätte so mancher Nazischerge den Hut gezogen. Da werden gegenseitig die Lieblingstiere vergiftet, Markenklamotten angezündet, bezahlte Seniorenschlägerbanden geheuert, die besten Freunde in abgelegene Baumhöhlen deportiert oder dem blutsverwandten Todfeind einfach Abend für Abend ins Bett geschissen. Geschwisterkrieg 2003, eine psychedlische Melange aus Wahnsinn und Irrsinn, aus Nacktduschen und Gruppenskat, aus Blitzprügel und Stromspielen, aus Psychodusche und Flächenschmerz, hemmungslos, skrupellos, grenzenlos

„Hölfe, Hölfe, Fleischmann, ich hab meine Schwester versehentlich aus dem Fenster gestoßen. Jetzt muß ich zur Jugendberaterin auf Pro-7“

Die schlimmste aller möglichen Konsequenzen. Fleischmann Ratgeber und Hilfe Fernsehen würde seine Kernkompetenz leichtfertig verspielen, wenn er nicht die wichtigsten Deeskalalationstools verraten würde, einfache Taschenspielertricks, die euren Geschwistern Frieden und Harmonie vorgaukeln, in Wahrheit aber das logistische Basislager sind, von dem ausgehend ihr in Ruhe den finalen Schlag vorbereiten könnt. Psychotrick 1: Bringt ihnen ab und zu mal etwas Kleines, Billiges mit, z.B Altglas, eine Strauß Brennesseln, defekte Elektrogeräte oder getrocknete Insekten. Psychotrick 2: Filmt eure Geschwister mit Mini DV Kameras beim onanieren, beim Dealen und bei Schlägereien. Das Material könnt ihr jederzeit der Schülerzeitung oder zwei bei Kallwass zuspielen. Psychotrick 3: bleibt mal ein ganzes Wochenende zusammengekrümmt und gefesselt ohne Angabe von Gründen in eurem süßsauren Jugendbett. Ihr werdet euch wundern, was passiert.

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